Ein aktueller Bericht deutet darauf hin, dass NVIDIA dieses Jahr keine neuen Grafikkarten auf den Markt bringen wird. Demnach wird die GeForce RTX 6000-Serie wohl erst im Jahr 2028 erwartet. Das wäre eine bemerkenswerte Pause in der Veröffentlichungsstrategie des Unternehmens.

Globale Chip-Knappheit als Hauptursache

Laut einem Bericht von "The Information", der via Install Base Forum-Mitglied "Godzilla" die Runde macht, plant NVIDIA erstmals in seiner dreißigjährigen Geschichte eine Pause bei der Veröffentlichung neuer Grafikkartenserien. Insider berichten, dass dieser Schritt auf eine zunehmende globale Verknappung von Speicherchips zurückzuführen ist. Der Hauptgrund dafür ist der anhaltende Boom im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI). Deshalb hat sich der Grafikkartenhersteller angeblich gegen die Veröffentlichung einer neuen Consumer-Grafikkartenserie im Jahr 2026 entschieden.

Obwohl Consumer-Grafikkarten und KI-Beschleuniger verschiedene Speichertypen nutzen, basieren sie auf denselben Rohmaterialien. Zudem stammen sie von derselben Handvoll Zulieferer, nämlich Samsung Electronics, SK Hynix und Micron Technology. Die explosionsartige Nachfrage nach KI-Hardware überfordert diese Anbieter. Eine schnelle Erweiterung der Produktionskapazitäten ist kaum möglich, da der Bau neuer Fertigungsanlagen Jahre dauern kann.

KI-Geschäft hat Vorrang vor Gaming

Angesichts der begrenzten Speicherverfügbarkeit soll NVIDIA sein wesentlich profitableres KI-Geschäft priorisieren. Es wird berichtet, dass das Unternehmen verfügbare Speicherchips bevorzugt für seine KI-Beschleuniger einsetzt, da diese deutlich höhere Gewinnmargen als Consumer-GPUs erzielen. Als Folge davon soll die Produktion der aktuellen GeForce RTX 5000-Serie bereits reduziert worden sein, was zu anhaltenden Engpässen und steigenden Preisen im Handel beiträgt. Der Grafikkartenhersteller bestätigte die Lage und erklärte, dass die Nachfrage nach GeForce RTX GPUs weiterhin hoch sei, die Speicherversorgung jedoch eingeschränkt ist. Man arbeite eng mit den Zulieferern zusammen, um die Verfügbarkeit zu maximieren.

Verzögerungen bei zukünftigen Generationen

Ursprünglich hatte der GPU-Hersteller für das laufende Jahr 2026 ein inkrementelles Update der GeForce RTX 5000-Reihe geplant, intern unter dem Codenamen "Kicker" bekannt. Dieser Plan wurde jedoch Berichten zufolge bereits im Dezember ohne einen neuen Zeitplan eingestellt. Diese Verschiebung dürfte auch die GeForce RTX 6000-Serie, die auf der kommenden NVIDIA Rubin-Architektur basiert, auf 2028 verzögern. Die Rubin-Architektur war ursprünglich für die Massenproduktion gegen Ende 2027 vorgesehen.